Moinho da Roca

Hervorgehoben

Eisenfenster im Haupthaus

Eisenfenster im Haupthaus (Foto von kunstGriff)

In einem idyllischen Seitental des Tejo liegt versteckt unsere alte Wassermühle, die letzte funktionstüchtige und bewohnbare von ehemals vierzehn am Bach Alcolobre gelegenen Kornmühlen. Die Verarbeitung von Reis und verschiedenen Getreidesorten hatte hier eine lange Tradition.

Derart abgeschieden inmitten schöner Flora und Fauna, bot es sich an, die noch vorhandenen Einrichtungen nunmehr für die Energiegewinnung zu nutzen. Eine regenerative Stromversorgung via Hydrogenerator, aber auch Photovoltaik-Module und eine Windkraft-Anlage machen die Mühle autark.

Eine eigene Wasserquelle versorgt uns unabhängig von öffentlichen Unternehmen mit Trink- und Nutzwasser. Eigens zur Erwärmung wurden zwei Warmwasserkollektoren installiert. Auch gegen die nächtliche Kälte im Winter haben wir uns auf alternative Weise gewappnet.

Wir freuen uns jeden Tag aufs Neue, in dieser abgeschiedenen Idylle, knapp 2 Kilometer vom Dörfchen Crucifixo entfernt, leben zu können.
Und wenn ihr Lust habt, für ein paar Tage unsere Mühle inmitten der Natur persönlich kennenzulernen, würden wir uns sehr freuen. Für Gäste haben wir den ehemaligen Eselstall ausgebaut, der für zwei Personen eingerichtet ist. Auf Anfrage senden wir euch gerne weitere Informationen zu.

Interesse an bestimmten Themen? Hier geht es zum Stichwortverzeichnis.

Interesse an der Immobilie? Das Anwesen steht zum Verkauf.

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Biologischer Gartenbau

Huhn

Glücklich: Eines der freilaufenden Hühner

Seit zwei Jahren bewirtschaften wir einen ca. 1000 m2 großen Obst-und Gemüsegarten. Dafür wurde dieses Gelände, das bis vor ca. 10 Jahren noch bewirtschaftet wurde, von seinem inzwischen undurchdringlichen Wildwuchs aus Mimosen,  Brombeergestrüpp und Schilfrohr befreit. Danach wurden Beete für diverse Gemüse und Obstsorten angelegt. An den Rändern wurden Zitrusbäume, Apfel, Birnen, Pflaumen, Nektarinen, Mispeln und Oliven gepflanzt.

Ein Teil der Beetflächen ist mit Dauerkulturen bepflanzt, z.B. Erdbeeren. Gespannt verfolgen wir das Wachstum des Spargels, gezogen aus Samen und hier im Lande weitgehend unbekannt (im Gegensatz zum Wildspargel, den man in Portugal im Frühjahr finden kann).
Tomaten, die gern immer an derselben Stelle wachsen, bekommen Nachbarpflanzen, die das Wachstum fördern und Schädlinge abhalten, z.B. Zwiebeln, Knoblauch und Petersilie.
Auch die anderen Beete wurden in Mischkultur angelegt. Hier wachsen Salate, div. Kohlsorten, Kartoffeln, Paprika, Piripiri, Auberginen, Spinat und verschiedene Kräuter.

Die Bewässerung erfolgt durch ein Schlauchsystem aus dem oberhalb des Gartens entlangführenden Mühlengraben per Schwerkraft. Die Pflanzen rund um unser Wohnhaus werden übrigens auch per Schwerkraft von einem Tank aus bewässert, der immer wieder durch einen HYDRAULISCHEN WIDDER gefüllt wird.

Hydraulischer Widder

Hydraulischer Widder (Prototyp)

Die Aussaat-und Pflanzzeiten unterscheiden sich von deutschen Verhältnissen z.B. dadurch, dass man Bohnen im März und nochmals im September legen kann, Kartoffeln im April und das zweite Mal im November, Spinat gibt es ganzjährig.
Wir nehmen zur Bodenverbesserung nur natürliche Dünger, chemische Produkte werden nicht verwendet. Bei Lausbefall an Zierpflanzen hatten wir Erfolg mit Brennnesseljauche und Seifenlösung.
Unsere freilaufenden Hühner (aber nicht im Gemüsegarten!) freuen sich über viele Gartenabfälle, z.B. kleingeschnittene Kohlbätter.
Fast täglich kommen eigene Produkte auf den Tisch, und schon dafür lohnt sich der große Zeitaufwand fürs Pflanzen, Bewässern und Jäten. Und: Gesund ist es ja auch, körperliche Arbeit an der frischen Luft !

Alternative Beheizungsformen

Die Häuser werden bei Bedarf mit Holz beheizt. Im Eselstall steht ein antiker Kachelofen mit Zugregelung, im Haupthaus gibt es zwei Heizquellen. Ein Lehmofen mit aufgesetztem Backfach, beheizter Ofenbank, Nachheizkasten und Warmluftschächten erwärmt den Wohnbereich.
Im antiken Kamin in der Essecke steht ein Einsatz mit einem Rauchgaswärmetauscher, in dem warmes Wasser erzeugt wird, das in die beiden Radiatoren im 1.Stock geleitet wird.

Solare Warmwasserversorgung

Warmwasserbereitung Sunshore Solar

Warmwasserbereitung:  Sunshore Solar

Das Trinkwasser, herangeführt aus einer 300 Meter entfernten Quelle, sammelt sich in einem 600 Liter-Tank auf unserem Versorgungsturm und läuft durch Schwerkraft zu den Zapfstellen und den beiden Warmwasserkollektoren.
Nummer 1 ist eine deutsche Kollektor-Speicher-Kombination (Solartrap), der zweite ein Vakuumröhrenkollektor, der besonders effektiv arbeitet, was bei 3600 Sonnenstunden pro Jahr auch nicht verwundert. Da beide Speicher erhöht stehen, kommt auch das Warmwasser mit ausreichendem Druck aus dem Hahn.

Alternative Stromgewinnung

Elektrischen Strom erzeugen wir mit drei verschiedenen Techniken:

  • Sonnenenergie
  • Windenergie
  • Wasserkraft
Versorgungsturm

Versorgungsturm: Windgenerator, Photovoltaik, Trinkwasserversorgung

Im Einzelnen:: zwei Batteriebänke (12V – 420 Ah / 12V – 900 Ah) werden von acht Photovoltaikmodulen mit insgesamt 1700 Wp, davon vier mit einer automatischen Nachführanlage, sowie im Winter vom Hydrogenerator geladen.
Erstaunerlicherweise bringt die „Whisper“-Windkraftanlage gerade im Sommer gute Werte — im Gegensatz zum windärmeren Winter. (Also eher umgekehrt wie in Deutschland.) Der Spannungswandler hat eine maximale Leistung von 2600 W, so dass problemlos die Waschmaschine oder der Kaffeeautomat betrieben werden können.

Hydrogenerator: waagerechtes Turbinenrad

Wasserkraft: waagerechtes Turbinenrad für Hydrogenerator

Die Stromerzeugung durch Wasserkraft ist für uns sicherlich die effektivste Art, denn das Wasser läuft Tag und Nacht. Allerdings ist die Instandhaltung des 700 Meter langen Mühlengrabens, des Staubeckens und des Wehres auch recht aufwändig.

Mühlentechnik

Tradition in neuem Kontext: Mühlstein mit Hydrogenerator

Traditionstechnik in neuem Kontext: Mühlstein mit Antriebsrad für Hydrogenerator

In dem nur etwa fünf Kilometer langen Talabschnitt des Alcolobre-Baches hat es früher vierzehn Wassermühlen gegeben. Unsere ist derzeit die letzte noch bzw. wieder funktionstüchtige. Wie alt sie ist, wissen wir nicht, aber ein in frischen Zement gekratztes Datum gibt 1916 als Renovierungsjahr an. Unsere Doppelmühle hatte früher vier Mahlwerke zur Mehlherstellung und zum Schälen von Reis. Angetrieben wurden diese durch waagerecht drehende Turbinenräder aus Eisen mit ca. 130 cm Durchmesser. Eine hölzerne Welle führte durch die Decke zum oberen Mühlstein, der bis zu 500 Kilogramm wog.

Wasserkraft: Vertikalturbine

Wasserkraft: Vertikalturbine

Bei uns dreht sich seit kurzem wieder eine dieser traditionellen Turbinen. Mehrere Versuche, mit Hilfe dieser Turbine einen Stromgenerator zu betreiben, brachten noch nicht die gewünschte Leistung. Daher wurde an anderer Stelle ein Edelstahlwasserrad installiert, das bei 7 Metern Fallhöhe enorme Drehzahlen erzeugt.

Mehr dazu im Artikel „Alternative Stromgewinnung„.

Fauna im Portrait: Die Dolchwespe

Dolchwespe

Dolchwespe [by kunstGRIFF]

Die bis zu 50 mm großen Dolchwespen (Scoliidae) sind schwarz und an Beinen und am Körper behaart. Auf zwei Segmenten des Hinterleibs befinden sich breite gelbe Binden. Die Flügel sind dunkelbraun mit einem violetten Schimmer und weisen eine auffällige Längsstreifung (Scheinaderung) auf. Der Innenrand der Augen ist tief eingebuchtet. Die Antennen sind relativ dick und leicht keulenförmig. Sie leben in warmen Gegenden (wie Südeuropa) an sandigen Plätzen mit eher geringer Vegetation. Sie gelten als vergleichsweise wenig aggressiv, Weiterlesen

Fauna

Altweltlicher Paarhufer

Wildschwein [by kunstGRIFF]

In der zentralen Region Portugals am Tejo gibt es zahlreiche Tierarten, die sich nur unwesentlich von denen in Spanien unterscheiden. Einige trifft man häufiger, andere sieht man eher durch glückliche Zufälle. Wölfe und Wildkatzen gibt es zwar nur im Nationalpark Peneda-Gerês im Norden und in der Serra da Estrela, zwei Gebieten, die immer einen Ausflug wert sind. Der Pardelluchs, früher auf der iberischen Halbinsel weit verbreitet, gilt inzwischen jedoch als nahezu ausgestorben.

Der Grimbart aus den Fabeln

Dachs [Credits: 1]

Die Tierwelt am Tejo hat trotzdem einiges zu bieten. Gerade die bewaldeten Täler mit Bachläufen — wie dem Tal des Alcolobre, in dem die Wassermühle liegt — bieten einigen Tieren ideale Lebensräume.

Wildschweine, Füchse, Wildkaninchen und der Iberische Hase, dazu zahlreiche Marder-Unterarten wie Dachs(eine kompakte Marder-Unterart mit schlankem Kopf und rüsselartiger Schnauze sowie kräftigen Grabeschaufeln),

Ein langgestrecktes Raubtier mit relativ kurzen Beinen & maskenhaften Gesichtszeichnungen

Iltis [Credits: 2]

Wiesel (eine dämmerungs- und nachtaktive Marder-Unterart), Iltis und Fischotter finden sich hier. Auch Hirsche, Rehe und wilde Ziegen wurden schon in der Region gesichtet.

Amphibisch lebende Raubtiere

Fischotter [Credits: 3]

Die nachtaktive Kleinfleck-Ginsterkatze, auch europäische Ginsterkatze genannt und mit einem beeindruckend langen Schwanz ausgestattet, soll hier vorkommen, wurde jedoch noch nicht selbst beobachtet.

Mit dichtem, seidigem Fell & Echoortung

Kleines Mausohr [Credits: 5]

2011 war Jahr der Fledermaus in Portugal, initiiert vom ICNB (Instituto da Conservação da Natureza e da Biodiversidade). In Portugal gibt es 27 Arten (allesamt geschützt und z.T. vom Aussterben bedroht!) des weltweit einzigen fliegenden Säugetieres, somit stellen Fledermäuse ein Drittel des portugiesischen Säugetiervorkommens. In der Mühle finden die Tiere ideale Unterschlupfmöglichkeiten und schwärmen ab der Dämmerung durchs Tal.

St0ßtaucher, der sich von Fischen, Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen und Kaulquappen ernährt

Eisvogel [Credits: 4]

Verschiedene Vogelarten, darunter einige Greifvogelarten wie Habichte, Adler und Falken, aber auch der farbenprächtige Eisvogel mit seinem scharfen, kurzen tieht- oder ti-it-Ruf kommen hier vor.

Hühnerhabicht

Habicht [Credits: 6]

Reptilien wie Schlangen trifft man auch immer mal wieder, darunter Nattern und Vipern. Sie sind jedoch sehr scheu und flüchten. Giftig sind verschiedenen Quellen zufolge keine.

Lebt meist in Gewässernähe & ernährt sich vor allem von Amphibien

Ringelnatter [Credits: 7]

Eidechsen, Gekkos und Salamander tanken auf den Steinen Wärme, sind aber ebenfalls sehr scheu.

Wassernatter, jagt Amphibien, Fische, Kaulquappen und Molchlarven

Vipernatter [Credits: 8]

Eidechse

Eidechse [by kunstGRIFF]

Unter den zahlreichen Insekten stechen vor allem die farbenfrohen Libellen ins Auge, die den Alcolobre bevölkern. Auch die großen, schwarz-gelben Dolchwespen beeindrucken. Spinnentiere gibt es in vielen Formen und Größen, wobei Skorpione sicherlich am meisten beeindrucken.

Abrupte Richtungswechsel, Fliegen auf der Stelle & Rückwärtsflug

Libellen am Alcolobre [by kunstGRIFF]

Im Tejo, dem größten Fluss der iberischen Halbinsel, leben 14 der 23 endemischen Süßwasserfischarten, darunter die Iberische Barbe, Karpfen und Zander. Auch Neunaugen, kiementragende, fischähnliche und blutsaugende lebende Fossilien mit Saugmäulern, die mit Hornzähnen bewehrt sind, gibt es noch hier. In der traditionellen portugiesischen Küche spielen sie als Lampreia seit langem eine besondere Rolle, obwohl sie inzwischen geschützt sind.

Neozoon, der auch nicht ganz saubere Gewässer & die Krebspest überlebt

Amerikanischer Flusskrebs [by kunstGRIFF]


Im Bach Alcolobre gibt es zahlreiche kleinere Fische wie Barsche, Aale und Welse. Ein Zugereister (Neozoon), der amerikanische Flusskrebs, hält sich in großer Anzahl auch im Mühlengraben auf.

Interessante Netzfundstücke:

[Credits hier]